iRobot Scooba 385 – Testbericht nach 4 Monaten

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this post is a translation of my recent irobot scooba 385 review in english.

Putzroboter sind auf dem Vormarsch, und sogar im traditionellen Österreich hört man von immer mehr Menschen, die sich zumindest schon einmal näher über die eine oder andere Roboter-Marke informiert haben. Im Gegensatz zu den Staubsauger-Robotern (z.B. aus der iRobot Roomba Familie sind die nass-wischenden Roboter allerdings noch umstritten und werden generell mit Zurückhaltung genossen.
Seit Ende Dezember leistet mir ein iRobot Scooba 385 (oder: “der kleine Racker”) seine treuen Dienste, und ich möchte hiermit meine Langzeit-Erfahrung im Rahmen eines Testberichts mit der Welt teilen.

irobot scooba 385: the official product photo of this floor wiping robot

Kurze Beschreibung
iRobot ist eine Firma, die sich auf Putzroboter spezialisiert hat, und die Scooba-Serie ist (meines Wissens) die erste Familie von Nass-Wisch-Robotern im iRobot-Portfolio. Der Scooba 385 ist ein Roboter, der vor allem für die Nassreinigung von Steinböden, (versiegelten) Holzböden sowie Vinyl- und Laminatböden ausgerichtet ist, und bis zu 40 Quadratmeter pro Putzgang reinigen kann.

Verschiedene Sensoren ermöglichen es dem Scooba, Treppenabsätze etc. zu vermeiden bzw. an Kanten oder um Tischbeine herum zu putzen. Zur optionalen Begrenzung der zu reinigenden Fläche ist eine kleine, batteriebetriebene “virtuelle Wand” im Produktumfang enthalten.
Der Scooba ist mit einer kleinen Staubsauger-Einheit ausgestattet, um Staub und kleinere Mengen Schmutz vor dem Auftragen von Wasser zu entfernen. Trotzdem ist das vorherige Staubsaugen nötig. Praktischerweise gibt es aber auch dafür verschiedene, automatische Geräte im Produktsortiment von iRobot. ;)
Beim Wischen wechselt der Roboter zufällig zwischen drei verschiedenen Modi, um den Boden möglichst flächendeckend zu säubern: Er fährt abwechselnd in Spiralen, entlang von Kanten, oder einfach Quer durch den Raum.

Inbetriebnahme
Der Roboter besteht im Grude aus dem fahrenden Unterteil und dem Oberteil mit den Wassertanks (je ein separater Tank für sauberes und schmutziges Wasser). Dazwischen liegen ein gar nicht so kleiner Akku, ein kleiner Metallfilter und eine Unterdruckdichtung. Im Unterteil ist noch das Bürstenelement untergebracht, das (ebenso wie Filter und Unterdruckdichtung) entfernt und mit Wasser ausgespült werden können (und sollten).
Pro Putzgang wird der Scooba mit der zur Raumgröße passenden Menge Wasser/Reinigungslösung befüllt: 1 Liter reicht für 40 m², 0,5 Liter für 20 m² etc. Der Wischroboter putzt so lange, bis das saubere Wasser verbraucht ist – d.h. dass man für etwas Extra-Sauberkeit einfach mehr Wasser einfüllen muss.

Als Putzmittel kann entweder das spezielle iRobot Reinigungskonzentrat, weißer Essig, oder einfach warmes Wasser verwendet werden. Mit der zweiten Option funktioniert es auf alle Fälle ganz zufrieden stellend.

Erster Eindruck
Die Ergebnisse des ersten Wisch-Versuchs mit dem Scooba 385 waren nicht gerade zufriedenstellend: Auf einem zuvor mit dem Staubsauger gereinigten Laminatboden hinterließ der Roboter beim Durchqueren des Raums eine breite, nasse Spur. Der Boden sah am Ende zwar etwas sauberer aus, der Schmutzwasser-Tank war aber fast leer – d.h. der Roboter hatte einfach Essigwasser auf dem Boden versprüht.
Ein Blick in die Bedienungsanleitung verriet (wie so oft) interessante Details: Der abnehmbare Filter und die Unterdruckdichtung müssen genau auf dem Unterteil aufliegen, da ansonsten keine Saugwirkung aufgebaut werden kann.

Seither glücklich
Das Ergebnis eines idealen Scooba 385 Wischvorgangs: Ein sauberer, fast trockener Boden (Scooba 385 Testbericht) Mit diesem (soeben genannten) wichtigem Faktum im Hinterkopf funktioniert der Scooba 385 seither wie gewünscht. Es verwundert mich noch immer, wie dunkel das Putzwasser nach ein bis zwei Wochen normalem Wohnungsleben wird.
Verwendet wird er auf verschiedenen Bodentypen, inkl. Laminat- und Fließenboden. Auf letzterem ist es offensichtlich etwas schwerer, das ganze Wasser wieder aufzusaugen. Trotzdem funktioniert der Roboter auch unter diesen Bedingungen fantastisch gut.
In mehreren anderen Testberichten beschweren sich Besitzer über die Menge an Wasser, die Scooba zurücklässt. Meiner Erfahrung nach ist der Boden am Ende sogar fast etwas trockener, als wenn er mit einem Mopp gewischt wird – vorausgesetzt der Roboter wird richtig eingesetzt (siehe “Erster Eindruck”).

Der Scooba 385 hinterlässt auf diesem Laminatboden kaum Wasser. (Scooba 385 Testbericht) ...einfach den Boden freiräumen und den Scooba an die Arbeit schicken. (Scooba 385 Testbericht) Der Behälter für das dreckige Wasser ist nach den ersten Putzgängen ziemlich dunkel. Ein Hinweis darauf, wie viel sauberer er arbeitet. (Scooba 385 Testbericht) Der Scooba hat zwei getrennte Behälter für sauberes und schmutziges Wasser. Dadurch verteilt er am Ende kein schmutziges Wasser am Boden, wie bei einem Mopp (Scooba 385 Testbericht)

Schwachstellen
Trotz der sehr guten Putz-Resultate gibt es einige Anmerkungen, die man bei einem Review erwähnen sollte:

  • Nachdem es sich beim Scooba 385 um ein selbst-fahrendes, staubsaugendes und Wasser-sprühendes/-aufsaugendes Gerät handelt, ist es nicht das leiseste Haushaltsgerät. Schließt man allerdings die Tür hinter sich, wenn man den Roboter seiner Arbeit überlässt, löst man damit aber normalerweise das Geräuschproblem.
  • Kleine Schwachstelle: Der Robot kommt nicht ganz in die Ecken. Diese müssen also vorher händisch gereinigt werden. (Scooba 385 Testbericht) Der Scooba kommt aufgrund seiner kreisförmigen Grundform nicht ganz in die Ecken hinein. Hier sollte man also etwas übrigen Schmutz erwarten, oder händisch nachbessern.
  • Wie beim “Ersten Eindruck” erwähnt ist es sehr wichtig, den Filter und die Unterdruckdichtung korrekt einzusetzen und darauf zu achten, dass die Kontaktstellen gut abdichten, sonst kann er das schmutzige Wasser nicht wieder aufsaugen.
  • An einigen Stellen schafft es der Roboter nicht, vollständig zu reinigen – z.B. direkt vor dem Herd, wenn nicht regelmäßig gewischt wird. Ähnlich wie beim Putzen mit dem Mopp muss man schließlich auch hier zum rauen Schwämmchen greifen.
  • Sollte mir noch etwas einfallen, werde ich es hier ergänzen.

Insgesamt bin ich beeindruckt, wie gut der Scooba 385 Böden reinigt, und würde ihn ungern wieder weggeben. Die Technik hat noch einige kleinere Probleme, aber die Vorteile überwiegen aus meiner Sicht deutlich gegen die Schwachstellen.
Außerdem ist es faszinierend, wie der kleine Roboter bei seinen cahotischen Routen durch den Raum wirklich flächendeckend säubert, und keine Stelle auslässt. :)

Der iRobot Scooba 385 kostet zur Zeit 375 Euro bei Amazon.
Unser Exemplar stammt allerdings vom österreichischen Zweig von MyRobotCenter – eine Firma mit blitzschnellem Versand, sehr freundlichen Mitarbeitern und tollem Support (letzteres wurde mir von Freunden bestätigt, die ihn bereits in Anspruch nehmen mussten).

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